
Im Chor
Die Fenster von Remo Hobi
Liebe Besucherin, lieber Besucher,
wenn du die fünf grossen farbigen Kirchenfenster genau betrachten möchtest, dann setze dich am besten auf einen Stuhl im Chor gegenüber von den Fenstern.
Sitzt du gut? –
Dann schau dich doch zuerst ein wenig im ganzen Chor um.
Er ist wirklich gross. Und wir können ihn als Kirchgemeinde ganz verschieden nutzen. Zum Beispiel für Gottesdienste mit Familien mit kleinen Kindern. Oder für Apéros nach einem Gottesdienst. Wir haben ihn aber auch schon zum Schlafen benutzt oder zum Spielen mit 6000 Kapla-Hölzchen.
Diese vielen Möglichkeiten gab es nicht schon immer. Der Chor war lange ganz vollgestellt mit Bänken und der grossen Orgel. 1966, in der grossen Kirchenrenovation, wurde er ausgeräumt. Man verpflanzte die Orgel. Und da wurden die grossen Fenster im Chor erst so richtig sichtbar.
Schon damals haben sich einige Leute aus der Kirchgemeinde darum bemüht, dass farbige Fenster in den Chor kommen. Leider fehlte aber das Geld dafür.
40 Jahre später haben Leute einen neuen Anlauf genommen. Und dieses Mal gelang es. In einem Wettbewerb wurde der Basler Künstler Remo Hobi ausgewählt, seine Idee für farbige Kirchenfenster umsetzen. Seit 2010 zieren sie nun unseren Chor.
Remo Hobi gibt seinem Werk den Namen «Auf dem Weg».
Am besten schaust du die fünf Kirchenfenster von links nach rechts an. Sie ergeben ein grosses, zusammenhängendes Bild.
In jedem Fenster sind farbige Flächen zu sehen, die von ganz oben bis nach ganz unten verlaufen. Diese farbigen Bänder sind wie unterschiedliche Abschnitte auf einem Lebensweg. Einmal sind sie heller, dann wieder dunkler. Einmal leuchtender und dann matter und farbloser. Sie dauern länger oder kürzer. Wie es im Leben eben ist. Durch die unterschiedlichen Farbbänder verlaufen schmale, verschieden farbige Linien. Jede Linie ist wie ein Lebensweg. Wenn du einer Linie durch die fünf Fenster folgst, kannst du merken, dass sie einander zum Teil kreuzen. Dies geschieht aber immer dort, wo du es nicht siehst, in der Mauer zwischen den Fenstern. Die Fenster sprechen von Begegnungen. Und sie wollen den Rahmen bilden für verschiedenste Begegnungen, die in einer Kirche stattfinden können.
Und nun – geniesse die Fenster doch noch eine Weile in aller Ruhe für dich.
Daniel Wüthrich
Auf Flügeln zu den Fenstern
(Videoclip 7MB, 47sec)
Foto © Ariel Huber Photography
Drohnenaufnahme Michael Plattner
c/o gsk.ch
