Grundlagen

Erste Spuren

Sissach liegt im weiten Ergolztal und bildet das Zentrum des Oberbaselbiets. Archäologische Funde belegen eine bedeutende Besiedlung bereits seit der frühen Eisenzeit: die frühhallstättische Höhensiedlung Burgenrain, ein vermutlich keltisches Oppidum auf der Sissacher Fluh, die spätlatènezeitliche Gewerbesiedlung im Tal (Brühl) sowie mehrere römerzeitliche Fundstellen auf dem heutigen Gemeindegebiet.

Sisiacum war ursprünglich der Name eines römischen Landguts im Ergolztal.

Die Kirche St. Jakob gehört zu den wenigen Kirchenbauten im Baselbiet, in denen umfangreiche archäologische Grabungen durchgeführt worden sind. Dadurch haben sich die Kenntnisse zur mehrhundertjährigen Geschichte dieses Orts stark erweitert. Offenbar sind im Lauf der Jahrhunderte im ganzen Siedlungsgebiet von Sissach immer wieder archäologische Funde zu Tage getreten.
Eine erste Kirche entstand spätestens im 5. Jahrhundert. Dieser in die merowingische Epoche zu datierende Sakralbau, wird als Grablege einer adligen Gemeinschaft verstanden. Der ursprünglich möglicherweise dem Juraheiligen Himerius geweihte Bau gehörte damit zu den frühesten Landkirchen in der Region. Das Gotteshaus selbst – eine verhältnismässig grosse Saalkirche mit gedrungenem Rechteckchor – war nur in letzten Fundamentresten erhalten. Umso spektakulärer waren die in dieser ersten Kirche entdeckten Gräber. An ihnen lässt sich verfolgen, wie eine vornehme Familie über mindestens drei Generationen hinweg ihre Angehörigen bestattete.

Die Bezeichnung der prosperierenden Siedlung «pagus Sisigauensis», erstmals beurkundet im 7 Jahrhundert, wurde in der Karolingerzeit auch für den neu gegründeten Verwaltungsbezirk Sisgau verwendet. Sissach war Hauptort des Gaus.

Eine zweite Bauphase fällt in die Zeit vom 8.–10. Jh., einer weitere um das Jahr 1100. Im 14. Jahrhundert wird das Schiff gegen Westen verlängert. Der aus einer fünften Bauphase stammende, auf das Jahr 1525 datierte spätgotische Kirchenbau entspricht dem heutigen. Der Bau übernahm mehrere Elemente des Grundrisses der Vorgängerkirche wie den Kirchturm, die westliche Vorhalle, die Chorschwelle und die Sakristei. Das auffallendste neue Merkmal dieser Bauphase ist der langgezogene polygonale Chor.

Text auf Basis des Kunstführers und von Archäolgie Baselland