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Kurzpredigt Psalm 8

Psalm 8 (P. Spangenberg)

Herr, wie herrlich ist Dein Name

Herr Gott, guter Vater,
rund um die Erde
und in allen Winkeln des Weltalls
kennt man Dich und sieht Deine Wunder.
Kinder, ja schon Säuglinge,
sind Zeichen dafür, wie Du das Leben liebst,
damit auch den Bösen und den Gierigen
klar wird:
Nur bei Dir ist das Leben in besten Händen.

Wenn ich nachts nach oben sehe
und das Firmament bestaune,
Deinen riesigen Himmel mit Mond
und Sternen, mit Milchstraße
und Sternschnuppen –
alles stammt von Dir!
Was bin ich dann schon?
So klein! So winzig!
Ein Menschenkind! Und Du denkst an mich?!
Du hältst m i c h auch in Deiner Hand?
Ich soll Dir dienen?
Ich soll wirklich ein Zeichen von Dir sein?
Ich kleiner Mensch soll mithelfen,
Deine Erde zu bewachen? Mit allem,
was dazugehört:
mit Schafen und Rindern,
Ameisen und Elefanten,
Vögeln und Fischen, Moosen und Felsen,
Tälern und Bergen,
mit den Meeren und den Erdteilen?!
Das ist wunderbar. Herrlich ist das!

Gott, Du machst das Leben hell und gut,
und in der ganzen Welt
sollen die Menschen davon singen.

 

Liebe Gemeinde
Was bin ich denn schon?
So glai! So winzig!
Es Menschenchind! Und Du dänggsch an mi?!
Du hebsch au mi in Dinere Hand?
Ich söll Dir dienen?
Ich söll wirklich es Zeiche vo Dir si?
Ich glaine Mensch soll mithälfe,
Dini Ärde z bewache?

Diese Fragen tauchen nicht nur im Hinblick
auf unsere drei heutigen Taufkinder und deren Zukunft
vor uns auf.
Sie beschäftigen uns auch als Erwachsene,
als Christinnen und Christen,
als Kirchgemeinde und als weltweite Christenheit.
Was erwartet Gott von uns, als Einzelne und Gemeinschaft.
Wie können wir Gott in unserer Zeit und Welt zu Diensten sein?
Wie und wo soll sich Kirche im 21. Jahrhundert aufstellen und engagieren?
Was wollen wir sein und was können wir tun?

Diese Frage hat sich im fernen Madrid auch ein katholischer Kollege von uns
mit seiner Stadt-Pfarrei gestellt.
Padre Ángel ist 80 Jahre alt und in Madrid längst eine Berühmtheit geworden,
wie in Zürich der Pfarrer Sieber.
Viele Jahre lang hatte er für eine offene Kirche gekämpft.
Bekommen hat er sie erst, nachdem in Rom Papst Franziskus eingesetzt wurde.

Nicht weit von den Sehenswürdigkeiten und Einkaufsmeilen entfernt liegt mitten in der historischen Altstadt ein ganz besonderes Restaurant: das Robin Hood.
Das Restaurant von Padre Ángel Garcia.
Ein Restaurant im teuren und noblen Stadtzentrum,wo ein Pfarrer gleichzeitig Seelsorger und Gastwirt ist.
Das Robin Hood ist ein Erfolg,business und Diakonie unter einem Dach.
Mittags essen dort die Geschäftsleute und Touristen für gutes Geld.
Abends essen Bedürftige und Obdachlose,
deren Anzahl in Madrid riesig geworden ist, gratis.
Manchmal treten auch Chöre und Musikanten auf,
und erfreuen diese oft einsamen Menschen, die sonst nicht viel zu lachen haben.
Im Inneren des Robin Hood steht eine Solidaritätsmaschine:
Sie funktioniert so: Die Spender legen ein Couvert, einen Batzen oder ein Päckchen in den Automat.
Damit wird Abendessen finanziert. Basta!

Des Padres Kirche ist die Iglesia de San Antón.
Er startet jeden Tag mit einer Morgenandacht.
Mitten im Kirchenraum wird anschliessend Frühstück serviert.
Mehr als 200 Leute kommen am Morgen hierher.
Sie werden von Freiwilligen aus der Pfarrei versorgt.
Nach der Andacht nimmt sich der Pfarrer Zeit, um mit ihnen zu frühstücken und zu fragen, wie es ihnen geht.
Seine Kirche ist 24 Stunden am Tag geöffnet.
Es ist eine Kirche, in der man stets frisches Wasser trinken kann und einen Kaffee bekommt.
Es ist eine Kirche, in die man eintreten kann, um ein Nickerchen zu halten.
Oder auch in der Nacht zu schlafen, wenn es regnet.
Es gibt eine Aufladestation für Handys usw.  .
Offene Kirche in einer Weltstadt!
 
Liebe Gemeinde
Auch wir Pfarrersleute und unsere Kirchenpflege sind am Nachdenken,
wie wir bei uns unsere Kirche und unser Kirchenleben noch mehr nach aussen öffnen können.
Wir haben Gott sei Dank in Sissach keine Obdachlosen.
Bedürftige werden (noch) durch die Sozialhilfe der Gemeinde unterstützt.
In diesem Sommer ab Ende Mai versuchen wir,
zuerst mal an einem Wochentag den Jakobshof für die Menschen zu öffnen.
Sissacherinnen und Sissacher wissen es längst, der Platz davor und vor RMS und Bibliothek ist ein richtiger Hotspot und Treffpunkt geworden, für Eltern, die ihre Kinder bringen und Abholen, für Vereine, Bücherwürmer usw. .
Da wimmelt es oft nur so von Leuten, vor allem zwischen 15h und 20h.
Wie oft stehen junge und alte Menschen auf diesem Platz herum
und warten aufeinander oder führen einen spontanen Schwatz?!
Ab Ende Mai öffnen wir deshalb die riesigen, dicken hölzernen Scheunentore
unseres Saales immer am Dienstagnachmittag und abends den ganzen Sommer über für Passanten und Volk auf dem Platz
Stuehle uuse!
Da kann man Platz nehmen, etwas trinken, sogar ein Glas Bier oder Wein,
mit Pfarrerinnen und Pfarrern und andern Kirchenleuten,
kann anderen Leuten begegnen und brichte – und vielleicht gar etwas erleben.
Leider tanzt Eure Trachtengruppe nicht am Dienstag,
sondern am Mittwoch im Gemeindesaal visavis.

Liebe Gemeinde
Nicht umsonst sagt man: Der Mai macht alles neu?!
....
Auch wenn wir Menschen uns klein und winzig fühlen,
es wie unsere drei Täuflinge auch noch sind.
Gott sagt Ja zu allen Kleinen und zu allen Grossen.
Jede und jeder kann seinen Teil zum Wohlergehen aller beitragen,
auf diese oder jene Weise,
allein oder in Gemeinschaft mit anderen.
amen